Biografie Walter Stimpel

Mein Onkel Walter Stimpel träumte als Junge vom Fliegen, ging zu Hitlers Luftwaffe und warf bei allen Überfällen vom ersten Tag an die Sturzkampf-Bomben - in Polen, Belgien, Frankreich, England, Jugoslawien, Griechenland und vor allem der Sowjetunion. Er bekam hohe Orden und Posten, hatte mit Nazi-Größen wie Göring und Himmler zu tun. Soweit Teil 1 seines Lebens, der brutale.

 

Teil 2 ist ein gelebter Schelmenroman: Schon am Tag des Kriegsendes bekam er eine Vertrauensposition bei den Briten. Er wickelte die deutsche Luftwaffe ab, warf sich in eine heftige Liebesaffäre, gründete nebenbei eine noch heute florierende Heimvolkshochschule, schrieb sich zum Jura-Studium ein, aber konnte nie hin. Mit Hilfe eines Freundes ermogelte er sich das halbe Studium.

 

Teil 3 schildert ihn im bundesdeutschen Nachkriegsglück. Seine notgedrungene Hochschul-Schummelei hinderte ihn nicht an einer schnellen, großen Justizkarriere. In nur elf Jahren brachte er es vom Amts- zum Bundesrichter, wurde in Karlsruhe Senatschef und BGH-Vizepräsident. In bis heute nachwirkenden Urteilen nahm er sich in seinem Spezialthema, dem Gesellschaftsrecht für Wirtschaftsunternehmen, vor allem kleiner Anleger und Aktionäre an, deren Rechte gegenüber Groß-Eigentümern und Managern er immer wieder ausweitete.

 

Ich habe das Glück von Gesprächen mit ihm vor seinem Tod im Jahr 2008, von Schilderungen seiner Frau Margarete Stimpel († 2017), seiner Söhne und seines Bruders, meines Vaters Hans-Martin Stimpel, von früheren BGH-Kollegen und anderen Wegbegleitern. Es gibt von Walter Stimpel Briefe, Aufsätze, Fotoalben, Akten von Militär und Gerichten und über seine Luftwaffen-Einheit sogar ein englisches Kriegsbuch.

 

Er gehörte zu der Generation, die Europa überfiel und zerstörte. Und er gehörte zu der Generation, die uns das komfprtabelste, freieste und sicherste Deutschland aller Zeiten hinterlassen hat. Auch diesen Widerspruch und diesen Wandel versuche ich zu beschreiben.

 

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Ein Verzeichnis der Endnoten findet sich hier. Es soll vor allem helfen, die im Buch genannten Links anzuklicken, ohne sie mühsam abschreiben zu müssen.